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Dropshipping rechtssicher betreiben (Deutschland/EU)

31. Juli 2026 · Max Benz

Dropshipping ist in Deutschland legal. Es gibt kein Gesetz, das dieses Geschäftsmodell verbietet, und du brauchst dafür auch keine spezielle Erlaubnis. Rechtssicher wird Dropshipping aber erst, wenn du dieselben Pflichten erfüllst wie jeder andere Online-Händler, plus ein paar Besonderheiten, die sich erst aus der Konstellation “du verkaufst, ein anderer versendet” ergeben. Dieser Leitfaden zeigt dir konkret, wer beim Dropshipping wirklich haftet, wer als Importeur nach GPSR gilt, was ins Impressum gehört und wie du Widerrufsrecht, AGB und Datenschutz sauber aufsetzt, ohne eine Zeile Theme-Code anzufassen.

Ist Dropshipping in Deutschland rechtssicher möglich?

Ja, Dropshipping ist in Deutschland rechtssicher möglich. Du meldest ein Gewerbe an, richtest deinen Shop wie jeden anderen Online-Shop rechtlich sauber ein und bist fertig, mit einer Ausnahme: Weil ein Dritter deine Ware versendet, kommen zwei zusätzliche Fragen dazu, die reine Eigenlager-Händler nicht haben. Wer haftet, wenn beim Lieferanten etwas schiefgeht, und wer gilt gegenüber Zoll und Marktaufsicht als Importeur, wenn die Ware aus einem Nicht-EU-Land kommt.

Fünf Blöcke, mehr sind es nicht. So lassen sich die Pflichten eines Dropshipping-Shops sortieren. Die folgende Übersicht zeigt, welche davon jeder Online-Shop hat und welche sich speziell aus dem Dropshipping-Modell ergeben.

PflichtenblockGilt für jeden Online-ShopDropshipping-Besonderheit
Verantwortlichkeit gegenüber dem KundenJaDu haftest auch für Fehler deines Lieferanten
ImpressumJaNur dein Shop steht drin, nie der Lieferant
Widerrufsrecht und LieferzeitJaRücksendeadresse und Lieferzeit hängen vom Lieferanten ab
GPSR und CE-KennzeichnungJa, bei physischen ProduktenBei Non-EU-Lieferanten wirst du oft zum Importeur
AGB und DatenschutzerklärungJaDatenweitergabe an den Lieferanten muss erwähnt sein

Praktisch heißt das: Dropshipping ist rechtlich kein eigenes Geschäftsmodell mit eigenen Regeln, sondern ein normaler Online-Shop mit einer zusätzlichen Partei in der Lieferkette. Kein Sonderrecht also. Im Folgenden gehen wir jeden Block einzeln durch, mit Fokus auf die Punkte, die beim Dropshipping tatsächlich anders laufen als beim klassischen Versand aus eigenem Lager.

Pflichten beim rechtssicheren Dropshipping auf einen Blick: Verantwortlichkeit, Impressum, Widerrufsrecht, GPSR und AGB

Wer haftet beim Dropshipping gegenüber dem Kunden?

Du haftest, nicht dein Lieferant. Der Kunde schließt den Kaufvertrag mit deinem Shop, also bist du sein Vertragspartner, unabhängig davon, wer die Ware am Ende verpackt und verschickt. Das gilt selbst dann, wenn der Kunde nie erfährt, dass ein Dritter involviert war.

Rechtlich läuft das über § 278 BGB. Dein Lieferant ist dabei dein Erfüllungsgehilfe, also die Person, die du zur Erfüllung deiner eigenen Vertragspflicht einsetzt. Verschuldet dein Lieferant etwas, etwa eine falsche Lieferung, eine Beschädigung beim Versand oder eine verspätete Zustellung, wird dir dieses Verschulden zugerechnet, als hättest du selbst den Fehler gemacht. Der Kunde muss sich nicht mit deinem Lieferanten auseinandersetzen und hat mit ihm meist auch gar keinen direkten Kontakt.

Für die Praxis bedeutet das drei Dinge. Erstens: Reklamationen, Rückfragen und Beschwerden landen bei dir, auch wenn die Ursache beim Lieferanten liegt. Zweitens: Du solltest deinen Lieferantenvertrag so gestalten, dass du Regressansprüche gegen den Lieferanten hast, falls er den Fehler verursacht hat. Drittens, und das ist der Punkt, den viele Einsteiger übersehen: Genau diese Vertragspartner-Rolle ist der Grund, warum du im Impressum stehen musst und nicht dein Lieferant, dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Diese Haftung gilt unabhängig vom Verkaufskanal. Verkaufst du zusätzlich über Amazon, eBay oder Social Commerce, bleibst du auch dort der rechtliche Vertragspartner, selbst wenn der Marktplatz die Zahlungsabwicklung übernimmt. Schlecht ausgewählte Lieferanten wirken sich deshalb direkt auf deine eigene Reputation aus: negative Bewertungen wegen langsamer Lieferung oder mangelhafter Ware landen auf deinem Konto, nicht auf dem des Lieferanten. Eine sorgfältige Lieferantenauswahl, inklusive Musterbestellung vor der Listung eines neuen Produkts, ist deshalb kein netter Zusatz, sondern Teil deiner rechtlichen Sorgfaltspflicht.

Wer gilt beim Dropshipping als Importeur oder EU-Verantwortlicher? (GPSR)

Das ist der Punkt, an dem die meisten Dropshipping-Ratgeber zu ungenau werden. Seit dem 13. Dezember 2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung GPSR (Verordnung (EU) 2023/988) für fast alle Konsumprodukte im europäischen Binnenmarkt. Sie unterscheidet nach Rolle in der Lieferkette, nicht nach Umsatz oder Ladengröße. Und genau diese Rolle verschiebt sich beim Dropshipping oft in eine Richtung, die viele Shopify-Händler nicht erwarten: vom reinen Händler zum Importeur.

Nach Art. 19 GPSR darf ein Produkt aus einem Drittland nur dann in der EU verkauft werden, wenn es eine in der EU ansässige verantwortliche Person gibt, den sogenannten EU-Verantwortlichen. Diese Person ist der Ansprechpartner für Marktaufsichtsbehörden und muss die technische Dokumentation bereithalten. Ein Hersteller oder Lieferant in China kann diese Rolle nicht selbst übernehmen, weil er eben nicht in der EU sitzt.

Ob du dabei zum Importeur wirst, hängt allein davon ab, wo dein Lieferant sitzt, nicht davon, dass du “nur” ein Shopify-Theme betreibst und die Ware selbst nie in der Hand hast.

EWR-Lieferant vs. Nicht-EWR-Lieferant: Wer wird zum Importeur?

Die folgende Tabelle zeigt, wie sich deine Rolle je nach Lieferantenstandort ändert.

KonstellationDeine Rolle nach GPSRWas du konkret tun musst
Lieferant sitzt im EWR (z.B. Deutschland, Polen, Niederlande)In der Regel HändlerPrüfen, ob CE-Kennzeichnung und Sicherheitsangaben des Herstellers vollständig sind
Lieferant sitzt außerhalb der EU (z.B. China, USA, UK)Häufig ImporteurSelbst einen EU-Verantwortlichen benennen oder diese Rolle übernehmen
Non-EU-Lieferant mit eigenem EU-Fulfillment-PartnerKann sich zum Händler verschiebenPrüfen, ob der Fulfillment-Partner offiziell als EU-Verantwortlicher auftritt, schriftlich bestätigen lassen

Lieferant sitzt im EWR

Bezieht dein Dropshipping-Partner die Ware von einem Hersteller mit Sitz in der EU oder im EWR und versendet er selbst aus einem EWR-Land, bist du in der Regel nur Händler. Deine Pflicht beschränkt sich darauf, stichprobenartig zu prüfen, dass CE-Kennzeichnung, Sicherheitshinweise und Herstellerangaben vollständig auf dem Produkt vorhanden sind. Fehlt etwas offensichtlich, darfst du das Produkt nicht weiterverkaufen.

Lieferant sitzt außerhalb der EU

Kommt die Ware direkt aus einem Drittland wie China, ohne dass ein EU-ansässiger Akteur dazwischengeschaltet ist, bist du in den meisten Dropshipping-Konstellationen der Importeur, weil du derjenige bist, der das Produkt effektiv in den EU-Markt bringt. Das gilt unabhängig davon, dass du die Ware nie physisch berührst. Du musst dann entweder selbst als EU-Verantwortlicher auftreten oder einen bevollmächtigten Vertreter beziehungsweise einen spezialisierten Fulfillment-Dienstleister mit dieser Rolle beauftragen. Ohne benannten EU-Verantwortlichen ist das Produkt nicht verkehrsfähig, und Marktplätze wie Amazon sperren betroffene Angebote inzwischen automatisiert.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Shopify-Händler verkauft LED-Lichterketten, die ein Lieferant in Shenzhen produziert und direkt an deutsche Kunden verschickt. Ohne EU-Verantwortlichen darf dieses Produkt nicht in der EU verkauft werden, ganz gleich, wie gut es sich sonst verkauft. Der Händler kann diese Rolle selbst übernehmen, wenn er in der EU ansässig ist und die technische Dokumentation vorhalten kann, oder er beauftragt einen spezialisierten Fulfillment- oder Compliance-Dienstleister damit. Fehlt dieser Schritt, drohen nicht nur Bußgelder, sondern auch die automatische Sperrung des Angebots durch die Plattform.

Der EU-Verantwortliche muss außerdem jederzeit auf Anfrage der Marktaufsichtsbehörde die technischen Unterlagen bereitstellen können, etwa die Konformitätserklärung des Herstellers und Nachweise zu durchgeführten Sicherheitsprüfungen. Stellt sich später heraus, dass ein Produkt ein Sicherheitsrisiko birgt, muss der Verantwortliche das über das europäische Safety-Gate-Portal melden und notfalls einen Rückruf einleiten. Diese Meldepflicht trifft in erster Linie dich, wenn du selbst als EU-Verantwortlicher auftrittst, nicht deinen Lieferanten im Drittland.

Verstöße gegen die GPSR sind kein Kavaliersdelikt. Nach dem deutschen Produktsicherheitsgesetz drohen Bußgelder bis zu 10.000 Euro im Grundtatbestand, bei unterlassenen Korrekturmaßnahmen bis zu 100.000 Euro, dazu Verkaufsstopps und im Ernstfall persönliche Produkthaftung.

Diese Rolle betrifft nur die Produktsicherheit, nicht deine Impressumspflicht, dazu gleich mehr. Und sie ist nur ein Ausschnitt der vollständigen GPSR-Pflichtenliste. Wie du GPSR-Pflichtangaben konkret auf deinen Produktseiten umsetzt und wie die CE-Kennzeichnung im Detail funktioniert, erklären die beiden Pillar-Guides GPSR für Shopify und CE-Kennzeichnung für Importeure ausführlich, inklusive Schritt-für-Schritt-Anleitung und Konformitätsverfahren.

Entscheidungsbaum: Wird der Dropshipping-Händler zum Importeur nach GPSR, je nach Sitz des Lieferanten innerhalb oder außerhalb der EU

Was gehört ins Impressum beim Dropshipping?

Ins Impressum gehört der Betreiber deines Shops, also du oder deine Firma, niemals dein Dropshipping-Lieferant. Das folgt direkt aus dem, was im Abschnitt zur Haftung schon klar wurde: Der Kunde schließt den Vertrag mit dir, du bist der “Anbieter” im Sinne des Gesetzes, und genau diese Person muss sich nach § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes (DDG, vormals TMG) im Impressum vollständig zu erkennen geben.

Ein häufiger Denkfehler bei Einsteigern: Weil der Lieferant die eigentliche Ware herstellt oder importiert, müsse er doch irgendwo im Impressum auftauchen. Das stimmt nicht. Der Lieferant ist für den Kunden rechtlich unsichtbar. Er taucht weder im Impressum noch im Kaufvertrag noch in der Widerrufsbelehrung als eigenständige Partei auf. Für den Käufer gibt es nur einen Vertragspartner, und der bist du.

Ein vollständiges Dropshipping-Impressum braucht dieselben Pflichtangaben wie jeder andere Online-Shop:

  • Name und ladungsfähige Anschrift des Betreibers (kein Postfach), bei Firmen die Rechtsform
  • Vertretungsberechtigte Person bei Gesellschaften
  • E-Mail-Adresse und ein zweiter schneller Kontaktweg
  • Handelsregister und Registernummer, falls vorhanden
  • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer nach § 27a UStG, falls vorhanden

Fehlt das Impressum oder ist es unvollständig, drohen Abmahnungen, typischerweise im Bereich von 800 bis 2.500 Euro reiner Abmahnkosten, ohne die eigenen Anwaltskosten für die Abwehr. Abmahnvereine prüfen genau solche Standardfehler automatisiert, und ein fehlendes Impressum gehört zu den am leichtesten auffindbaren Verstößen überhaupt. Die vollständige Pflichtangaben-Checkliste mit fertigen Vorlagen für Einzelunternehmer, GmbH, Kleingewerbe und GbR findest du im Leitfaden Impressum für den Online-Shop.

Widerrufsrecht und Lieferzeit bei Dropshipping-Bestellungen

Auch beim Widerrufsrecht bist du in der Pflicht, nicht dein Lieferant, und die 14-Tage-Frist läuft nach §§ 312g, 355 BGB genauso wie bei jedem anderen Fernabsatzvertrag. Der folgende Ausschnitt aus dem offiziellen Gesetzestext auf gesetze-im-internet.de zeigt § 312g BGB im Original, inklusive der Ausnahmen, bei denen kein Widerrufsrecht besteht, etwa Maßanfertigungen oder versiegelte, aus Hygienegründen ausgeschlossene Ware. Prüfe deine Produktpalette gegen diese Liste, bevor du pauschal von einem Widerrufsrecht für alle Artikel ausgehst.

Ausschnitt aus dem Gesetzestext von Paragraf 312g BGB zum Widerrufsrecht auf gesetze-im-internet.de

Zwei Punkte werden beim Dropshipping in der Praxis trotzdem häufig zum Problem: die Rücksendeadresse und die realistische Lieferzeitangabe.

Bei der Rücksendeadresse gilt: Du kannst in der Widerrufsbelehrung eine andere Adresse angeben als deine eigene Geschäftsadresse, etwa ein Lager deines Lieferanten oder eines Fulfillment-Partners. Rechtlich zulässig ist das aber nur, wenn dem Kunden dadurch keine zusätzlichen Kosten entstehen. Schickt der Kunde die Ware an eine Adresse im Ausland zurück und muss dafür höhere Portokosten zahlen als bei einer inländischen Rücksendung, musst du die Differenz übernehmen. Am saubersten ist es, eine deutsche oder zumindest EU-Rücksendeadresse zu organisieren, selbst wenn dein Hauptlieferant außerhalb der EU sitzt.

Bei der Lieferzeit gilt das Fernabsatzrecht (§§ 312 ff. BGB): Du musst die tatsächlich zu erwartende Lieferzeit angeben, bevor der Kunde bestellt, nicht eine geschönte Zahl. Viele Dropshipping-Lieferanten, gerade aus Fernost, brauchen realistisch 10 bis 25 Werktage statt der oft beworbenen 2 bis 3 Tage. Eine zu optimistische Lieferzeitangabe ist ein klassischer Abmahngrund, weil sie eine irreführende geschäftliche Handlung darstellen kann. Trage die reale, mit deinem Lieferanten abgestimmte Spanne ein, nicht die Wunschvorstellung. In Shopify legst du diese Angabe direkt im Checkout und auf der Produktseite fest, ganz ohne Theme-Code, über die Versandeinstellungen und individuelle Textbausteine je Produkt.

Halte außerdem fest, ab wann du eine Bestellung als “versendet” markierst. Bei Dropshipping-Lieferungen erfährst du den tatsächlichen Versandzeitpunkt oft erst über eine Tracking-Nummer, die der Lieferant nachträglich übermittelt. Kommuniziere Sendungsverfolgung so früh wie möglich an den Kunden, damit die 14-Tage-Widerrufsfrist, die mit dem Erhalt der Ware beginnt, für beide Seiten nachvollziehbar bleibt.

Die vollständige Widerrufsbelehrung inklusive Muster-Widerrufsformular, Ausnahmen und den neuen Anforderungen an den Widerrufsbutton ab dem 19. Juni 2026 findest du im Leitfaden Widerrufsrecht im Online-Shop.

AGB und Datenschutzerklärung: Was Dropshipping-Shops zusätzlich beachten müssen

AGB und Datenschutzerklärung brauchst du als Dropshipping-Shop im gleichen Umfang wie jeder andere Online-Shop. Eine Besonderheit kommt dazu: Du gibst Kundendaten an eine dritte Partei weiter, nämlich an deinen Lieferanten, damit er die Bestellung ausliefern kann. Diese Weitergabe muss in deiner Datenschutzerklärung erwähnt sein.

Rechtsgrundlage dafür ist Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO, also die Erforderlichkeit zur Vertragserfüllung. Du darfst nur die Daten weitergeben, die der Lieferant tatsächlich zum Versand braucht, also Name, Lieferadresse und gegebenenfalls Telefonnummer, nicht mehr. Ein separater Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO ist in der klassischen Dropshipping-Konstellation meist nicht nötig, weil der Lieferant die Daten nicht weisungsgebunden für dich verarbeitet, sondern im eigenen Namen als selbstständiger Versender handelt. Kläre diesen Punkt trotzdem im Liefervertrag ab, weil manche Fulfillment-Modelle rechtlich anders einzuordnen sind als klassisches Dropshipping.

Sitzt dein Lieferant außerhalb der EU, etwa in China, findet zusätzlich eine Datenübermittlung in ein Drittland statt. Nach Art. 44 ff. DSGVO brauchst du dafür eine geeignete Garantie, in der Praxis meist die EU-Standardvertragsklauseln (Standard Contractual Clauses) mit dem Lieferanten, sofern kein Angemessenheitsbeschluss der EU-Kommission für das Zielland vorliegt. Erwähne diese Drittlandübermittlung ausdrücklich in deiner Datenschutzerklärung, inklusive der Garantie, auf die du dich stützt. Dieser Punkt wird von vielen Dropshipping-Einsteigern übersehen, weil er in generischen Datenschutz-Generatoren selten vorbelegt ist.

Deine AGB regeln zusätzlich Zahlungsarten, Eigentumsvorbehalt und Haftungsbeschränkungen, unabhängig davon, wer am Ende verschickt. Für Zahlungsanbieter wie Stripe oder PayPal sind rechtssichere AGB ohnehin Voraussetzung für die Kontofreischaltung. Wie du AGB-Klauseln korrekt formulierst und in Shopify ohne Codezugriff einbindest, zeigt der Leitfaden AGB für den Online-Shop. Einen kompletten Überblick über alle Pflichttexte eines rechtssicheren Shops, inklusive Preisangaben und Cookie-Consent, findest du im Guide Rechtssicherer Online-Shop mit Shopify.

Häufige Fragen zum rechtssicheren Dropshipping

Brauche ich für Dropshipping ein eigenes Gewerbe?

Ja, Dropshipping gilt in Deutschland als gewerbliche Tätigkeit, deshalb ist eine Gewerbeanmeldung beim zuständigen Gewerbeamt Pflicht, sobald du regelmäßig und mit Gewinnerzielungsabsicht verkaufst. Nach der Anmeldung folgt automatisch die steuerliche Registrierung beim Finanzamt, inklusive Steuernummer und gegebenenfalls Umsatzsteuer-ID.

Muss ich Umsatzsteuer abführen, wenn mein Lieferant im Ausland sitzt?

Ja, als Verkäufer gegenüber deutschen oder EU-Verbrauchern musst du in der Regel deutsche beziehungsweise die jeweils fällige EU-Umsatzsteuer erheben und abführen, unabhängig davon, aus welchem Land dein Lieferant versendet. Unter den Voraussetzungen der Kleinunternehmerregelung kannst du zu Beginn davon befreit sein. Lass die genaue steuerliche Behandlung, insbesondere bei Importen aus Drittländern, von einem Steuerberater prüfen, weil hier Zoll- und Einfuhrumsatzsteuerfragen dazukommen können.

Brauche ich für Dropshipping aus China eine spezielle Genehmigung?

Nein, eine spezielle Genehmigung für Dropshipping als solches gibt es nicht. Du musst aber sicherstellen, dass die importierten Produkte GPSR-konform sind und dass ein EU-Verantwortlicher benannt ist, wenn dein Lieferant außerhalb der EU sitzt. Ohne diesen Nachweis ist das Produkt nicht verkehrsfähig, auch wenn du selbst keine Genehmigung im klassischen Sinn brauchst.

Muss ich mich beim Verpackungsregister LUCID anmelden?

Das hängt von deiner Rolle ab. Wer als Erstinverkehrbringer verpackte Ware an private Endverbraucher in Deutschland abgibt, muss sich in der Regel bei LUCID registrieren und am dualen System beteiligen, unabhängig davon, ob die Ware aus dem In- oder Ausland kommt. Prüfe diese Pflicht anhand deiner konkreten Lieferkette, da die Details je nach Verpackungsart variieren.

Gilt die GPSR auch für kleine Dropshipping-Shops mit wenig Umsatz?

Ja, die GPSR unterscheidet nach Rolle in der Lieferkette, nicht nach Umsatz oder Shopgröße. Wer Ware aus einem Drittland bezieht und verkauft, gilt unabhängig vom Umsatz schnell als Importeur oder sogar als Hersteller, etwa bei Private-Label-Produkten, und trägt die entsprechenden Pflichten von der ersten verkauften Einheit an.

Was passiert, wenn mein Lieferant gegen Rechtsvorschriften verstößt?

Du bleibst gegenüber dem Kunden in der Verantwortung, weil dein Lieferant rechtlich dein Erfüllungsgehilfe ist. Verschuldet er einen Fehler, etwa eine unsichere Lieferung ohne CE-Kennzeichnung, wird dir das nach § 278 BGB zugerechnet. Wähle Lieferanten deshalb sorgfältig aus und lass dir Nachweise für Sicherheitsangaben und Konformität schriftlich bestätigen, bevor du ein Produkt in deinen Shop aufnimmst.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall wende dich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.