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Gesamtpreis & MwSt-Auszeichnung: inkl. MwSt zzgl. Versand korrekt

04. Juli 2026 · Max Benz

Der Hinweis “inkl. MwSt, zzgl. Versand” steht auf fast jeder deutschen Produktseite, aber die wenigsten Shopify-Händler wissen, was genau dieser Satz rechtlich verspricht. Er ist kein Formsatz. Er ist ein Preisangabenversprechen mit eigenen Regeln für Wortlaut, Platzierung und Zeitpunkt.

Wer den Hinweis falsch formuliert, an der falschen Stelle zeigt oder die Versandkosten erst im Checkout offenlegt, riskiert eine Abmahnung. Dieser Guide erklärt genau, was “inkl. MwSt, zzgl. Versand” bedeutet, wann Versandkosten angegeben werden müssen, wie die MwSt-Auszeichnung im Shop aussehen muss und wie du das alles in Shopify einrichtest, ohne eine Zeile Theme-Code anzufassen.

Was bedeutet “inkl. MwSt, zzgl. Versand” auf einer Produktseite?

Der angezeigte Preis enthält bereits die gesetzliche Mehrwertsteuer und alle Pflichtbestandteile; die Versandkosten kommen separat hinzu und werden gesondert ausgewiesen. Das ist die komplette Bedeutung des Satzes, mehr steckt technisch nicht dahinter.

Rechtlich stammt diese Pflicht aus zwei Quellen. § 3 Abs. 1 PAngV verlangt den Gesamtpreis (Bruttopreis) als am deutlichsten sichtbare Preisangabe. § 6 Abs. 1 Nr. 2 PAngV verlangt zusätzlich die Angabe, ob Liefer- und Versandkosten anfallen. Ein Nettopreis, dem die Mehrwertsteuer erst im Checkout hinzugerechnet wird, ist nach beiden Vorschriften unzulässig, ganz gleich wie klein der Hinweis “zzgl. MwSt” daneben gedruckt ist.

Für Shopify-Händler heißt das konkret: Der Preis, den ein Kunde auf der Produktseite sieht, muss der Bruttopreis sein. Die Versandkosten dürfen separat stehen, solange sie rechtzeitig und klar erkennbar sind. Wie “rechtzeitig” und “klar erkennbar” konkret aussehen, klären die nächsten Abschnitte.

Die 3 Pflichtangaben für einen rechtssicheren Gesamtpreis

Drei Elemente entscheiden, ob dein Gesamtpreis rechtssicher ist: der Bruttopreis selbst, der Hinweis auf die enthaltene Mehrwertsteuer und die Angabe zu den Versandkosten.

Bruttopreis als Hauptpreis. Der angezeigte Preis muss der tatsächliche Kaufpreis sein, den der Kunde zahlt. Ein Nettopreis mit Sternchen und Fußnote genügt nicht. Selbst wenn die Fußnote den korrekten Bruttobetrag nennt, bleibt der Hauptpreis fehlerhaft, denn die Preisangabenverordnung verlangt ausdrücklich, dass der Gesamtpreis selbst der am deutlichsten sichtbare Wert ist, nicht eine Rechengröße daneben.

Hinweis auf die enthaltene Mehrwertsteuer. Direkt beim Preis muss klar werden, dass die Mehrwertsteuer bereits enthalten ist. Der exakte Steuersatz muss dabei nicht genannt werden; ein einfacher Hinweis reicht aus. Wie dieser Hinweis konkret aussehen darf, klärt der nächste Abschnitt.

Angabe zu den Versandkosten. Der Shop muss erkennen lassen, ob und in welcher Höhe Versandkosten zusätzlich anfallen. Reicht ein einfacher Link, oder müssen die Kosten sofort in Zahlen dastehen? Das hängt vom Zeitpunkt im Kaufprozess ab, dazu mehr im Abschnitt zur Versandkosten-Pflicht weiter unten.

Wer zusätzlich Mengenartikel wie Kosmetik oder Lebensmittel verkauft, braucht daneben auch die Angabe des Grundpreises in Kilogramm oder Liter. Diese Pflicht läuft parallel zu den drei genannten Punkten und wird im verlinkten Grundpreis-Leitfaden im Detail behandelt.

So musst du die MwSt-Auszeichnung im Shop darstellen

Es gibt drei zulässige Varianten für die MwSt-Auszeichnung, und jede davon reicht für sich allein aus. Du musst nicht alle drei gleichzeitig umsetzen, aber mindestens eine korrekt.

Drei zulässige Varianten für die MwSt-Auszeichnung im Shop: vollständiger Hinweis, Sternchen-Methode und versandkostenfreie Darstellung

Variante 1: Vollständiger Hinweis direkt am Preis

Die einfachste Variante: Der komplette Zusatz “inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten” steht direkt neben oder unter dem Preis, wobei das Wort “Versandkosten” zur Versandkostenseite verlinkt ist. Diese Variante ist bei den meisten Shopify-Themes bereits vorkonfiguriert, sobald die Steuereinstellungen korrekt gesetzt sind.

Variante 2: Sternchenhinweis mit Fußnote

Ein Sternchen direkt am Preis ist zulässig, wenn die dazugehörige Erklärung gut sichtbar und gut lesbar an anderer Stelle auf derselben Seite steht, etwa im Header oder Footer. Wichtig dabei: Das Sternchen selbst muss in der gleichen Schriftgröße erscheinen wie der Preis, dem es zugeordnet ist. Ein winziges Sternchen neben einer großen Preisangabe erfüllt diese Voraussetzung nicht.

Variante 3: Versandkostenfreie oder preisinklusive Darstellung

Wer keine Versandkosten berechnet oder sie vollständig in den angezeigten Preis einrechnet, braucht keinen gesonderten Versandkosten-Hinweis mehr. Der Bruttopreis-Hinweis bleibt trotzdem Pflicht.

Nicht ausreichend ist in jedem Fall ein Vermerk ausschließlich in den AGB. Der Grund ist einfach: Ein Kunde, der eine Produktseite ansieht, muss die Preisbestandteile sofort erkennen, ohne dafür erst die Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu durchsuchen. Gerichte werten das regelmäßig als Verstoß, auch wenn der Hinweis in den AGB technisch vorhanden ist.

Wann müssen Versandkosten angegeben werden?

Versandkosten müssen erkennbar sein, bevor der Kunde ein Produkt in den Warenkorb legt, nicht erst irgendwo im späteren Bestellprozess. Diese Frist ist der Punkt, an dem die meisten Shops tatsächlich scheitern, selbst wenn der MwSt-Hinweis längst korrekt sitzt.

Die rechtliche Grundlage liegt in § 6 PAngV in Verbindung mit § 312 BGB zum Fernabsatz. Nach ständiger Rechtsprechung gilt das Hinzufügen eines Artikels zum Warenkorb bereits als geschäftliche Entscheidung, die durch die Höhe der Versandkosten beeinflusst werden könnte. Genau deshalb reicht es nicht, die Kosten erst im letzten Checkout-Schritt oder ausschließlich in den AGB offenzulegen.

Für die Erfüllung reicht allerdings ein klar formulierter, funktionierender Link. Der Text “zzgl. Versandkosten” direkt bei jedem Produktpreis, verlinkt auf eine verständliche Versandkostenseite, erfüllt die Pflicht vollständig. Eine vollständige Kostenaufstellung muss also nicht zwingend auf der Produktseite selbst stehen, solange der Link zur Detailseite funktioniert und die Berechnung dort nachvollziehbar ist.

Zwei Fehler kommen in der Praxis besonders häufig vor: Der Link zur Versandkostenseite bricht nach einem Theme-Wechsel oder einer App-Installation, und Shops zeigen den Hinweis nur auf der Startseite statt auf jeder einzelnen Produktseite. Beides ist ein eigenständiger Abmahngrund, unabhängig davon, ob die MwSt-Auszeichnung korrekt ist.

Richtig vs. falsch: Preisangabe im Vergleich

Die folgende Tabelle zeigt fünf typische Preisangaben nebeneinander: einmal wie sie fälschlicherweise oft umgesetzt werden, einmal wie sie rechtssicher aussehen müssen.

Vergleich einer falschen und einer rechtssicheren Preisangabe: Preis ohne MwSt-Hinweis und ohne Versandkosten-Link im Vergleich zur korrekten Variante mit beidem sofort sichtbar

SituationFalschRichtig
Preis auf der Produktseite39,90 € zzgl. MwSt39,90 € inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten
Sternchen-HinweisPreis groß, Sternchen winzig klein danebenSternchen in gleicher Schriftgröße wie der Preis
Versandkosten-HinweisNur in den AGB erwähnt”zzgl. Versandkosten” mit Link direkt am Preis
Zeitpunkt der OffenlegungKosten erscheinen erstmals im letzten Checkout-SchrittKosten über den Link schon auf der Produktseite erkennbar
Grundpreis bei MengenartikelnAngabe pro 100 mlAngabe pro Liter (bzw. gesetzliche Basiseinheit)

Ein Beispiel aus der Praxis macht den Unterschied greifbar: Ein Shop zeigt “29,90 € zzgl. MwSt und Versand” auf der Produktseite und rechnet beides erst im letzten Checkout-Schritt hinzu. Das verstößt gleich doppelt: gegen die Bruttopreispflicht und gegen die Timing-Regel für Versandkosten. Die korrekte Variante wäre “29,90 € inkl. MwSt, zzgl. Versandkosten” mit einem funktionierenden Link direkt auf der Produktseite.

So richtest du “inkl. MwSt, zzgl. Versand” in Shopify ein — ohne Theme-Code

Shopify deckt alle drei Pflichtangaben mit Bordmitteln ab. Du brauchst keinen Entwickler, nur die richtigen Einstellungen an den richtigen Stellen.

Drei Schritte, um "inkl. MwSt, zzgl. Versand" in Shopify einzurichten: Steuer-Einstellungen aktivieren, Versandkosten-Hinweis verlinken, Versandinformationen-Seite anlegen

Steuer-Einstellungen aktivieren

  1. Gehe im Shopify-Adminbereich zu Einstellungen > Steuern und Zollgebühren
  2. Aktiviere im Abschnitt zur Preisgestaltung die Option “Preise inklusive Steuern anzeigen”
  3. Prüfe unter Einstellungen > Märkte, ob Steuern abhängig vom Kundenland korrekt eingeschlossen werden, falls du in mehrere Länder verkaufst
  4. Führe eine Testbestellung durch und kontrolliere, ob der Bruttopreis in jedem Schritt (Produktseite, Warenkorb, Checkout) identisch angezeigt wird

Versandkosten-Hinweis prüfen und verlinken

  1. Öffne Onlineshop > Themes > Anpassen und suche die Produktseiten-Vorlage
  2. Prüfe, ob der Text “zzgl. Versandkosten” unterhalb des Preises beziehungsweise des MwSt-Hinweises erscheint
  3. Stelle sicher, dass “Versandkosten” als Link hinterlegt ist und auf eine bestehende Versandinformationen-Seite zeigt
  4. Wiederhole diese Prüfung nach jedem Theme-Update, jeder App-Installation und jeder Migration, da der Link dabei erfahrungsgemäß am häufigsten verloren geht

Versandinformationen-Seite anlegen

  1. Gehe zu Einstellungen > Rechtliches und lege dort eine Versandkostenrichtlinie an, falls noch nicht vorhanden
  2. Liste darin die Versandkosten pro Zone, Freigrenzen für kostenlosen Versand, Lieferfristen und, bei Lieferungen außerhalb der EU, Hinweise zu möglichen Zollgebühren
  3. Verlinke diese Seite konsistent von Produktseite, Warenkorb und Footer aus, damit der Link an jeder relevanten Stelle vorhanden ist, nicht nur an einer

Checkliste: MwSt- und Versandhinweis nach jedem Theme-Update prüfen

Theme-Updates, App-Installationen und Shop-Migrationen sind die häufigste Ursache dafür, dass ein zuvor korrekter Preishinweis plötzlich verschwindet oder sein Link bricht. Diese Checkliste gehört nach jeder Änderung am Shop auf die Pflichtliste, nicht nur einmal beim Setup.

  • Der Bruttopreis wird auf Produktseite, Kategorieseite und im Warenkorb identisch angezeigt
  • Der Hinweis “inkl. MwSt” oder eine der zulässigen Alternativformulierungen ist sichtbar und in der gleichen Schriftgröße wie der Preis, falls als Sternchen umgesetzt
  • “zzgl. Versandkosten” erscheint auf jeder Produktseite, nicht nur auf der Startseite
  • Der Link hinter “Versandkosten” führt tatsächlich zu einer aktuellen, funktionierenden Versandinformationen-Seite
  • Die Versandinformationen-Seite ist von Produktseite, Warenkorb und Footer aus erreichbar
  • Bei Mengenartikeln ist die Angabe des Grundpreises weiterhin in Kilogramm oder Liter sichtbar
  • Eine Testbestellung bestätigt, dass keine versteckten Zusatzkosten erst im letzten Checkout-Schritt auftauchen

Wer viele Produkte pflegt oder häufig das Theme wechselt, automatisiert diese Prüfung am besten mit shopcompliance.net. Die App kontrolliert Produktseiten laufend auf fehlende MwSt-Hinweise, defekte Versandkosten-Links und falsch formatierte Grundpreise, ohne dass du jede Seite einzeln von Hand durchgehen musst.

Welche Bußgelder drohen bei falscher Preisauszeichnung?

Verstöße gegen die Preisangabenverordnung können mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro geahndet werden, geregelt in § 20 PAngV in Verbindung mit § 3 Abs. 2 WiStG. Das ist die behördliche Höchstgrenze, unabhängig von einer möglichen Abmahnung durch Mitbewerber.

Praktisch trifft Shops jedoch zuerst fast immer die Abmahnung, nicht das Bußgeld. Mitbewerber und abmahnberechtigte Verbände können bei fehlerhafter MwSt-Auszeichnung oder fehlendem Versandkosten-Hinweis kostenpflichtig abmahnen; die Gebühren dafür beginnen bei mehreren hundert Euro und liegen bei wiederholten oder komplexeren Fällen schnell im niedrigen vierstelligen Bereich. Nach einer Abmahnung folgt meist die Aufforderung zur strafbewehrten Unterlassungserklärung. Wer diese Erklärung abgibt und trotzdem erneut verstößt, riskiert zusätzlich eine Vertragsstrafe.

Für die Praxis heißt das: Die 25.000-Euro-Grenze ist der Rahmen für ein behördliches Bußgeld, aber das tatsächliche wirtschaftliche Risiko entsteht meist schon vorher durch Abmahnkosten und wiederholte Unterlassungsverpflichtungen.

FAQ — Häufige Fragen zu inkl. MwSt, zzgl. Versand und MwSt-Auszeichnung

Reicht der Hinweis “zzgl. MwSt” auf einer Produktseite aus?

Nein, ein Hinweis “zzgl. MwSt” auf einer an Verbraucher gerichteten Produktseite ist nicht ausreichend, weil der angezeigte Preis dann ein Nettopreis wäre. Verbraucher müssen den vollständigen Bruttopreis als Hauptangabe sehen; “zzgl. MwSt” ist nur im B2B-Geschäft gegenüber Gewerbetreibenden zulässig.

Muss ich den genauen Steuersatz wie “19% MwSt” nennen?

Nein, die Nennung des exakten Steuersatzes ist nicht vorgeschrieben. Ein einfacher Hinweis wie “inkl. MwSt.” oder “inkl. USt.” erfüllt die Pflicht vollständig, solange klar wird, dass die Steuer bereits im Preis enthalten ist.

Darf ich die Versandkosten nur im Footer meines Shops nennen?

Ja, ein Footer-Link kann ausreichen, wenn er auf jeder Produktseite erreichbar, klar mit “Versandkosten” beschriftet und funktionsfähig ist. Ein alleiniger Verweis ausschließlich in den AGB genügt dagegen nicht, weil er für den Kunden im Kaufmoment nicht ohne Weiteres auffindbar ist.

Was passiert, wenn nach einem Shopify-Theme-Update der Versandkosten-Link fehlt?

Ein fehlender oder defekter Versandkosten-Link ist ein eigenständiger Verstoß gegen § 6 PAngV, unabhängig davon, ob die MwSt-Auszeichnung korrekt ist. Nach jedem Theme-Update solltest du deshalb gezielt prüfen, ob der Link noch auf die richtige Versandinformationen-Seite zeigt.

Gilt die Pflicht zur MwSt-Auszeichnung auch für digitale Produkte?

Ja, die Pflicht zur Angabe des Bruttopreises inklusive Mehrwertsteuer gilt auch für digitale Güter wie Downloads, Abonnements und Software-Lizenzen. Nur die Grundpreispflicht für Mengenartikel entfällt bei digitalen Produkten ohne physische Mengenangabe.


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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall wende dich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.