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Widerrufsfristen & Ausnahmen: Wann das 14-tägige Widerrufsrecht gilt

28. Juni 2026 · Max Benz

Als Shopify-Händler gilt für jeden Online-Kauf das gesetzliche Widerrufsrecht. Mindestens 14 Tage, kein Verhandlungsspielraum. Das Widerrufsrecht ist in § 355 BGB verankert und kann nicht durch AGB ausgeschlossen werden. Was viele Händler jedoch nicht wissen: Das Gesetz kennt konkrete Ausnahmen. Wer sie kennt, sie richtig kommuniziert und korrekt dokumentiert, spart Rücksendungen und schützt sich vor Abmahnungen. Dieser Leitfaden erklärt, was das 14-tägige Widerrufsrecht für Sie als Händler bedeutet, wann die Frist beginnt, welche Ausnahmen Sie rechtssicher nutzen dürfen und was ab dem 19. Juni 2026 neu gilt.

Was ist das 14-tägige Widerrufsrecht?

Das 14-tägige Widerrufsrecht ist ein gesetzliches Verbraucherrecht, das in § 355 BGB geregelt ist. Es gilt für alle Fernabsatzverträge zwischen Unternehmern und Verbrauchern. Online-Käufe sind per Definition Fernabsatzverträge nach § 312c BGB. Ihr Kunde kann also jeden Kauf in Ihrem Shopify-Shop innerhalb von 14 Tagen widerrufen, ohne einen Grund nennen zu müssen.

Das Widerrufsrecht ist zwingend. Sie können es nicht per AGB einschränken oder ausschließen. Wer als Händler den Widerruf verweigert, obwohl ein gesetzliches Widerrufsrecht besteht, riskiert Abmahnungen und zivilrechtliche Klagen. Die einzigen legalen Wege, das Widerrufsrecht zu umgehen, sind die im Gesetz ausdrücklich normierten Ausnahmen nach § 312g Abs. 2 BGB. Dazu mehr im Abschnitt weiter unten.

Widerrufsrecht vs. Umtausch: Das Widerrufsrecht ist kein Kulanzangebot. Es ist ein gesetzlicher Anspruch. Davon zu trennen ist das Gewährleistungsrecht (§ 434 ff. BGB), das bei Mängeln greift. Ein Kunde kann also Ware zurückgeben, auch wenn sie einwandfrei ist. Sie müssen die Rücknahme akzeptieren.

Für welche Verträge gilt das Widerrufsrecht im Fernabsatz?

Das Widerrufsrecht gilt für alle B2C-Fernabsatzverträge. Kauft ein Verbraucher in Ihrem Online-Shop ein Produkt oder eine Dienstleistung, ist das immer ein Fernabsatzvertrag nach § 312c BGB. Gleiches gilt für Telefonbestellungen und Bestellungen per E-Mail.

VertragstypWiderrufsrecht
Online-Kauf (B2C)Ja - immer
Telefonbestellung (B2C)Ja
Haustürgeschäft (B2C)Ja
Kauf im LadengeschäftNein (kein Fernabsatz)
B2B-Kauf (Unternehmer kauft)Nein
Click & Collect (online bestellt, abgeholt)Nein - kein Fernabsatzvertrag

Wichtig für Ihren Shopify-Shop: Wenn Ihr Kunde gewerblich kauft (B2B), gilt kein gesetzliches Widerrufsrecht. Sie können B2B-Käufer von der Widerrufsbelehrung ausnehmen, müssen dann aber sicherstellen, dass der Kaufprozess klar macht, dass es sich um einen Unternehmerkauf handelt. Viele Händler verlangen dazu eine Umsatzsteuer-ID bei der Bestellung.

Wann beginnt die 14-Tage-Frist?

Diagramm: Wann beginnt die 14-Tage-Widerrufsfrist je nach Vertragstyp (Waren, Dienstleistungen, Digitale Inhalte)

Der Fristbeginn hängt davon ab, welche Art von Vertrag vorliegt:

Waren (physische Produkte): Die Frist beginnt, wenn Ihr Kunde die Ware vollständig erhalten hat. Bei Teil-Lieferungen beginnt die Frist erst, wenn die letzte Teillieferung angekommen ist. Bei Abonnements mit regelmäßiger Warenlieferung beginnt die Frist mit der ersten Lieferung.

Dienstleistungen: Die Frist beginnt mit dem Tag des Vertragsschlusses, also in der Regel mit dem Abschluss des Kaufs in Ihrem Shop.

Digitale Inhalte (Downloads, Streaming): Die Frist beginnt ebenfalls mit dem Vertragsschluss.

Sonderregel Wochenende/Feiertag: Fällt das Fristende auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, verschiebt es sich auf den nächsten Werktag.

Was passiert, wenn Sie keine oder eine fehlerhafte Widerrufsbelehrung einsetzen?

Fehlt die Widerrufsbelehrung komplett oder enthält sie wesentliche Fehler, verlängert sich die Widerrufsfrist automatisch auf 12 Monate und 14 Tage nach § 356 Abs. 3 BGB. Das ist kein theoretisches Risiko. Kunden, die erst ein Jahr nach dem Kauf von ihrem Widerrufsrecht erfahren, können dieses dann noch ausüben. Händler, die systematisch fehlerhafte Belehrungen nutzen, ziehen außerdem Abmahnungen von Wettbewerbern und Abmahnvereinen auf sich.

Welche Pflichtinhalte Ihre Widerrufsbelehrung braucht und wie Sie die Frist korrekt formulieren, erklären wir in unserem Artikel zur Widerrufsbelehrung.

Wann gilt kein Widerrufsrecht? Die gesetzlichen Ausnahmen nach § 312g Abs. 2 BGB

Checkliste: Die 10 Ausnahmen vom Widerrufsrecht nach § 312g Abs. 2 BGB im Überblick

Das Gesetz listet in § 312g Abs. 2 BGB konkrete Warengruppen und Dienstleistungstypen auf, bei denen kein Widerrufsrecht besteht. Wichtig: Die Ausnahme gilt nur, wenn Sie sie in Ihrer Widerrufsbelehrung und in den AGB korrekt benennen und wenn die tatsächlichen Voraussetzungen des Gesetzes erfüllt sind.

1. Maßgefertigte und personalisierte Produkte

Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt oder eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten wurden, sind vom Widerrufsrecht ausgenommen. Das gilt zum Beispiel für T-Shirts mit individuellem Namensaufdruck, gravierte Schmuckstücke, auf Maß gefertigte Einbauküchen oder angepasste Textilien.

Shopify-Praxis: Wenn ein Kunde einen personalisierten Artikel bestellt, muss vor dem Kauf eindeutig kommuniziert werden, dass kein Widerruf möglich ist, da die Ware speziell für ihn gefertigt wird. Eine Checkbox im Checkout und ein Hinweis auf der Produktseite sind empfehlenswert.

2. Schnell verderbliche Waren

Lebensmittel und andere schnell verderbliche Waren oder Waren mit schnell ablaufendem Verfallsdatum sind ausgenommen. Das betrifft Frischware, Blumen, frisch gekochtes Essen, aber auch Hygieneartikel mit kurzem Verfallsdatum.

Shopify-Praxis: Für Lebensmittel-Shops, Kochbox-Shops oder Blumenversände ist dies eine wichtige Ausnahme. Die Verderblichkeit muss aus Produktbeschreibung und AGB klar hervorgehen.

3. Versiegelte Hygiene- und Gesundheitsartikel

Waren, die aus Gründen des Gesundheitsschutzes oder der Hygiene nicht zur Rückgabe geeignet sind und deren Versiegelung nach der Lieferung entfernt wurde, sind ausgenommen. Beispiele: Unterwäsche, Kosmetika, Ohrstöpsel, Zahnbürsten, medizinische Einmalartikel.

Shopify-Praxis: Die Versiegelung muss vorhanden und erkennbar sein. Öffnet der Kunde die Versiegelung, erlischt das Widerrufsrecht. Verpacken Sie solche Artikel mit einem deutlich sichtbaren Siegel und weisen Sie in AGB und Widerrufsbelehrung auf die Ausnahme hin.

4. Versiegelte Audio-/Videoaufnahmen und Software

Waren wie CDs, DVDs, Blu-rays, Spiele und Software, die in einer versiegelten Verpackung geliefert werden und nach Öffnung nicht zurückgegeben werden können. Das gilt nur für physische Datenträger, nicht für Downloads.

Shopify-Praxis: Relevant für Shops, die physische Medien oder Box-Sets verkaufen. Auch hier gilt: Versiegelung muss vorhanden sein.

5. Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierte (Einzelausgaben)

Einzelausgaben (nicht Abonnements) sind vom Widerrufsrecht ausgenommen.

6. Waren mit schwankenden Marktpreisen

Waren, deren Preis von Schwankungen auf dem Finanzmarkt abhängt, auf die der Händler keinen Einfluss hat. Betrifft zum Beispiel Edelmetalle, Kryptowährungen oder bestimmte Rohstoffe.

7. Vollständig erbrachte Dienstleistungen mit ausdrücklicher Zustimmung

Wenn eine Dienstleistung vollständig erbracht wurde, bevor die Widerrufsfrist abläuft, und der Verbraucher vorher ausdrücklich zugestimmt hat, erlischt das Widerrufsrecht. Der Verbraucher muss auch bestätigt haben, dass er weiß, dass er sein Widerrufsrecht verliert, sobald die Leistung vollständig erbracht ist.

Shopify-Praxis: Für Dienstleistungsshops (Design, Beratung, Installation, Montage). Dokumentieren Sie die ausdrückliche Zustimmung: Checkout-Checkbox mit eindeutigem Wortlaut und E-Mail-Bestätigung.

8. Digitale Inhalte nach Beginn der Bereitstellung mit Zustimmung

Bei digitalen Inhalten wie Downloads, Streaming oder SaaS-Diensten erlischt das Widerrufsrecht, wenn mit der Ausführung begonnen wurde und der Verbraucher vorher:

  • ausdrücklich zugestimmt hat, dass mit der Ausführung begonnen wird, und
  • bestätigt hat, dass er damit sein Widerrufsrecht verliert (§ 356 Abs. 5 BGB)

Shopify-Praxis: Besonders relevant für Software-Shops, E-Book-Shops oder digitale Kurse. Zwingend erforderlich: eine Checkout-Checkbox mit dem genauen Wortlaut “Ich stimme zu, dass die Bereitstellung sofort beginnt, und ich weiß, dass ich mein Widerrufsrecht damit verliere.”

9. Dringende Reparaturen und Instandhaltungen auf Verbraucherwunsch

Wenn ein Verbraucher den Unternehmer ausdrücklich aufgefordert hat, zu ihm zu kommen, um eine dringende Reparatur oder Instandhaltungsmaßnahme durchzuführen.

10. Erbrachte Außerbörsliche Finanzdienstleistungen und fluktuationsabhängige Produkte

Betrifft Finanzdienstleistungsverträge mit kurzfristigen Preisschwankungen sowie bestimmte Arten von Reise-, Beherbergungs- und Transportdienstleistungen.

Wichtig für alle Ausnahmen: Die Ausnahme muss eindeutig kommuniziert werden. Sie dürfen das Widerrufsrecht nicht einfach ausschließen ohne Angabe der konkreten gesetzlichen Ausnahme. Fehlende oder unklare Kommunikation macht die Ausnahme unwirksam.

Widerrufsrecht bei Dienstleistungen: Wann erlischt es?

Für Dienstleistungen gilt das Widerrufsrecht ab Vertragsschluss. Der wichtigste Ausnahmefall: Wurde eine Dienstleistung mit ausdrücklicher Zustimmung des Verbrauchers vollständig erbracht, bevor die Frist abläuft, erlischt das Widerrufsrecht.

Hat die Leistung begonnen, aber noch nicht geendet, steht dem Händler ein anteiliger Wertersatz zu. Wenn ein Kunde eine 10-stündige Beratung bucht und nach 5 Stunden widerruft, schuldet er Ihnen den Wert dieser 5 Stunden. Der Betrag muss anteilig berechnet werden.

So dokumentieren Sie die Zustimmung korrekt:

  • Eindeutige Checkbox im Checkout: “Ich stimme zu, dass sofort mit der Erbringung der Dienstleistung begonnen wird. Ich weiß, dass ich mein Widerrufsrecht verliere, wenn der Unternehmer die Dienstleistung vollständig erbracht hat.”
  • E-Mail-Bestätigung mit dem selben Wortlaut
  • Zeitstempel der Zustimmung dokumentieren

Ihre Pflichten als Händler nach einem Widerruf

Wenn ein Kunde seinen Widerruf erklärt, haben Sie klare gesetzliche Pflichten:

Rückerstattung innerhalb von 14 Tagen: Sie müssen alle Zahlungen des Verbrauchers erstatten, einschließlich der Standardversandkosten. Wenn der Verbraucher eine teurere Versandart gewählt hat, müssen Sie nur die Kosten der günstigsten Standardlieferoption erstatten. Die Frist beginnt, sobald Sie den Widerruf erhalten haben.

Rücknahme der Ware: Sie müssen die zurückgesandte Ware annehmen, auch wenn sie geöffnet oder genutzt wurde, solange die Nutzung über die normale Prüfung hinausgeht. Normal ist, was man auch im stationären Handel erwarten würde: Kleidung anprobieren, Elektronikartikel in Betrieb nehmen, um Funktionalität zu prüfen.

Wertersatz bei zweckwidriger Nutzung: Nur wenn der Verbraucher die Ware über die normale Prüfung hinaus genutzt hat und dadurch ein Wertverlust entstanden ist, können Sie Wertersatz verlangen. Das müssen Sie beweisen. Reine Abnutzungsspuren durch normale Prüfung reichen nicht.

Rücksendekosten: Sie können dem Verbraucher die Kosten der Rücksendung auferlegen, sofern Sie ihn vorher eindeutig darüber informiert haben. Fehlt der Hinweis in der Widerrufsbelehrung, tragen Sie die Rücksendekosten.

Der neue Widerrufsbutton: Pflicht ab 19. Juni 2026

Ab dem 19. Juni 2026 müssen alle Online-Shops in Deutschland einen elektronischen Widerrufsbutton einrichten. Das ist in § 356a BGB geregelt, der durch die Umsetzung der EU-Omnibus-Richtlinie in deutsches Recht eingeführt wurde.

Was der Button tun muss:

  • Er muss klar und deutlich mit “Vertrag widerrufen” oder einem gleichbedeutenden Begriff beschriftet sein
  • Er muss im Shop dauerhaft und gut auffindbar sein (nicht nur im Kundenbereich)
  • Er muss zu einem Formular führen, in dem der Verbraucher seinen Widerruf elektronisch erklären kann
  • Das Formular muss eine Bestätigungsseite oder -E-Mail liefern, damit der Verbraucher einen Nachweis über seinen Widerruf hat

Risiko bei Nicht-Umsetzung: Fehlende oder nicht korrekt umgesetzte Widerrufsbuttons gelten als Wettbewerbsverstöße. Ab dem ersten Tag der neuen Rechtslage besteht Abmahnrisiko.

Wie Sie den Widerrufsbutton konkret in Shopify einrichten, lesen Sie in unserem ausführlichen Artikel zum Widerrufsrecht im Online-Shop.

3 häufige Fehler bei der Widerrufsbelehrung

Fehler 1: Fristbeginn falsch angegeben. Viele Händler schreiben “14 Tage ab Kaufdatum” statt “14 Tage ab Erhalt der Ware”. Bei physischen Produkten beginnt die Frist erst mit der Lieferung, nicht mit dem Kauf.

Fehler 2: Ausnahmen nicht explizit benannt. Wenn Sie maßgefertigte Waren oder digitale Inhalte verkaufen, müssen die genauen Ausnahmen in der Widerrufsbelehrung stehen. Fehlt der Hinweis, gilt das Standard-Widerrufsrecht.

Fehler 3: Muster-Widerrufsformular fehlt. Das Muster-Widerrufsformular nach Anlage 1 EGBGB muss Kunden zur Verfügung stehen. Es reicht nicht, nur auf Kontaktformulare zu verweisen.

Eine vollständige Anleitung zur rechtskonformen Widerrufsbelehrung mit Vorlage finden Sie in unserem Widerrufsbelehrung-Artikel.

Checkliste: Widerrufsrecht korrekt im Shopify-Shop umsetzen

Verwenden Sie diese Checkliste nach jedem Shop-Launch und nach Gesetzesänderungen:

  • Widerrufsbelehrung mit korrektem Fristbeginn in den Legal Pages hinterlegt
  • Muster-Widerrufsformular nach Anlage 1 EGBGB als Download oder Formular im Shop
  • Ausnahmen (§ 312g Abs. 2 BGB) in AGB und Widerrufsbelehrung korrekt benannt
  • Personalisierte Artikel: Hinweis auf Produktseite + Checkbox im Checkout
  • Digitale Inhalte: Zustimmungs-Checkbox mit Wortlaut zum Erlöschen des Widerrufsrechts
  • Dienstleistungen: Zustimmungs-Checkbox und E-Mail-Bestätigung dokumentiert
  • Rücksendekosten klar kommuniziert (falls Sie diese dem Verbraucher auferlegen)
  • Widerrufsbutton ab 19. Juni 2026 aktiv (§ 356a BGB)
  • Belehrung nach Gesetzesänderungen regelmäßig prüfen und aktualisieren

ShopCompliance prüft Ihre Widerrufsbelehrung automatisch auf gängige Fehler und weist Sie auf gesetzliche Änderungen hin.

Häufige Fragen zum Widerrufsrecht

Gilt das Widerrufsrecht für alle Produkte in meinem Shop? Nicht unbedingt. Das gesetzliche 14-tägige Widerrufsrecht gilt für alle Fernabsatzverträge mit Verbrauchern. Ausnahmen nach § 312g Abs. 2 BGB gelten für maßgefertigte Waren, verderbliche Lebensmittel, versiegelte Hygieneartikel nach Öffnung, digitale Inhalte nach Nutzungsbeginn und weitere Kategorien. Die Ausnahme muss korrekt kommuniziert werden, sonst gilt das Standardrecht.

Was passiert, wenn ich die Widerrufsbelehrung vergesse? Dann verlängert sich die Widerrufsfrist automatisch auf 12 Monate und 14 Tage nach § 356 Abs. 3 BGB. Außerdem riskieren Sie Abmahnungen. Kunden können auch nach einem Jahr noch widerrufen.

Kann ich das Widerrufsrecht für maßgefertigte Waren ausschließen? Ja. Maßgefertigte oder personalisierte Waren sind nach § 312g Abs. 2 Nr. 1 BGB vom Widerrufsrecht ausgenommen. Sie müssen die Ausnahme jedoch eindeutig kommunizieren, zum Beispiel auf der Produktseite und in der Widerrufsbelehrung.

Ab wann läuft die 14-Tage-Frist bei digitalen Downloads? Bei digitalen Inhalten beginnt die Frist mit dem Vertragsschluss, also dem Abschluss des Kaufs. Das Widerrufsrecht erlischt jedoch sofort, wenn der Kunde ausdrücklich zugestimmt hat, dass die Bereitstellung sofort beginnt, und er bestätigt hat, dass er damit sein Widerrufsrecht verliert.

Muss ich den Rückversand bezahlen? Nicht zwingend. Sie können die Rücksendekosten dem Verbraucher auferlegen, wenn Sie ihn vorher klar darüber informiert haben. Fehlt der Hinweis in der Widerrufsbelehrung, tragen Sie die Kosten. Bei fehlerhafter Widerrufsbelehrung tragen Sie in jedem Fall auch die Hin- und Rücksendekosten.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall wende dich bitte an eine Rechtsanwältin oder einen Rechtsanwalt.